touristen
woran merke ich, dass ich in einem touristengebiet wohne? Gut, ja. Natürlich an den entspannten Auto fahrenden urlaubern, die die arbeitende bevölkerung vor ort damit zur weissglut treiben, dass sie frohen mutes im hauptberufsverkehr mit 60 über die landstrasse gondeln, gerne und vor allem bei durchgezogener linie. Vornehmlich haben diese autofahrer kennzeichen wie pi, fl oder auch re. Es gibt auch andere fahrer- hamburger zum beispiel, die ganz weltmännisch den gleichen scheiss zusammenfahren nur in einem affentempo, dass selbst mir das herz stehen bleibt. hamburger sind in der regel die, die die ganzen pi, fl und re bei durchgezogener linie mit 140 überholen. aber das ist nur eine möglichkeit zu merken, dass man in einem feriengebiet wohnt. die andere bietet sich an einem regnerischen tag wie heute. da krabbeln die pi und fl und re`ler alle aus ihren altdeutsch eingerichteten ferienwohnungen und pensionen und bevölkern die örtlichen geschäfte. wenn man dann selber im stress mit zwei kindern einkaufen möchte, kann man sie ganz nah beobachten. heerscharen von stadtfein gemachten ehepaaren („schatz zieh doch heute mal das tolle hemd an, dass ich dir extra für den urlaub gekauft habe!“) mit in der regel 2 kindern zwischen 5 und 12 jahren. und immer wieder stellt sich die frage, wo eigentlich menschen zu beginn ihrers urlaubes ihren gesunden menschenverstand in bezug auf kleidung abgegeben haben. da mischen sich grauenhafte bunte männerkurzarmhemden mit beigen (immer beige!) shorts, die in der anarchistischten form immerhin eine aussentasche a la cargo style haben. dazu sandaletten, die so grauenerregend aussehen, dass es schon wurscht ist, ob mit tennissocken drin oder ohne. ich präferiere mittlerweile mit tennissocken, verhindern sie doch den blick auf ungepflegte, hornhautverkrustete füsse. und dann bevölkern diese total aufgestylten touristen zum beispiel den dm. stehen wie bestellt und nicht abgeholt zwischen den regalen rum und in der regel mir im weg. griffeln mal das an, mal jenes, immer verbunden mit einem schönen: „tschakeline! Haste dat jesehen? Dat jibbet hier och!“ tendieren die kinder dieser menschen bereits richtung 12 jahre, überzieht nach solchen markerschütternden schreiereien, scham und pein das gesicht der jungen armen menschen und heute kam ich nicht um hin, einem solch peinlich berührten jungen zuzuraunen:“ es wird alles besser, glaub mir. In ein paar jahren bist du sie los im urlaub!“ selten habe ich in solche vor dankbarkeit flackernden, tränenumflorten dackelaugen sehen dürfen. Meine lieblingsszene spielte sich heute vor dem real ab. auf dem parkplatz beim einkaufswagen wegbringen kommt mir eine vierköpfige familie entgegen. eines der kinder erzählt dem vater gerade, was es sich im real jetzt gleich kaufen wird woraufhin der vater entgegnet:“ nain sämänta. Heute is muddi dran. Die hat noch nichts bekommen und darf heute mal richtig schön kleidung shoppen“. Im real. Gerne hätte ich auch ihr zugeraunt:“ es wird alles besser glaub mir. In ein paar jahren bist du ihn los!“. Habs mich aber nicht getraut.
Amidelanuit - 24. Jul, 16:43
*Lach....
Ich wohne zwar nicht ganz so weit "unten" wie Sie aber trotzdem in einer beliebten Touri-Gegend. Was haben Sie eigentlich für diesbezügliche Erfahrungen mit Reisebussen?